Rezension Sabrina Heinke – Am Ende meiner Nerven sind noch Kinder übrig

Ja, wo fange ich an. Ich bin von dem Buch sehr begeistert.
Sabrina Heinke ist Bloggerin. Ihr gehört der Blog Mamahoch2. Dort schreibt sie schon seit einigen Jahren u.a. über das Thema Erziehung und ihren Alltag mit ihren Kindern/ihrer Familie. Ich folge ihr dort schon seit ungefähr sechs Jahren. Anfänglich wegen ihrer Inspirationen zum Thema Nähen und später dann wegen ihrer Erziehungsthemen. Nun hat sie im vergangenen Jahr das Buch “Am Ende meiner Nerven sind noch Kinder übrig” herausgebracht.

Wieso ich mir dieses Buch wünschte

Der Buchtitel klingt erstmal humoristisch. Und doch kennt wohl jede Mama und jeder Papa das Gefühl, wenn man mit den Nerven am Ende ist. Und dann kommen die Kinder und wollen noch irgendwas oder stellen irgendwas an und zack findet man sich wieder in der Meckerposition und fühlt sich gestresst. Das Kind hört nicht, es ärgert uns und macht so gar nicht was man von ihm möchte.
Genau so ging es der Autorin und sie fing an umzudenken, zu recherchieren, zu beobachten und zu verstehen. Das Problem sind nicht die Kinder, sondern es liegt in der Verantwortung der Eltern.
Und mir ging es ähnlich. Oft eckte ich mit meinem Erstgeborenen an. Meist wegen Kleinigkeiten. Ich empfand einige seiner Verhaltensweisen als provokant. Ich fand mich häufig in endlosen Diskussionen wieder und war genervt. Genervt von mir, genervt von dem Theater und dem gefühlt ständigen Stress. Ich wollte so nicht weitermachen, denn ich merkte, es brachte ja nichts. Also fing ich an, das Buch zu lesen. Denn manchmal reichen schon kleine Denkanstöße, um die eigenen Sichtweisen in eine andere Richtung zu lenken.

Wie ich über das Buch denke

Sabrina Heinke hat ihre Entwicklung von der oft gestressten “Meckermama”, wie sie selbst schreibt, zu einer entspannteren Mutter in leicht verständlicher Sprache und gut dosiert aufgeschrieben.
Ich hatte beim Lesen viele “Ja” Momente, weil ich mich oft wiederfand. In vielen Punkten stimme ich mit Sabrina überein und muss ihr einfach Recht geben. In der Theorie wissen das die Meisten ganz sicher, die Praxis sieht aber oft anders aus. Oftmals einfach, weil die Eltern nicht weiterwissen und sich von der Situation überfordert fühlen.
Viel zu oft weisen wir Eltern unseren Kindern die Verantwortung zu, wenn sie nicht “funktionieren”.
Sabrina hält dem Leser den Spiegel vor, sie regt an umzudenken und sich selbst zu reflektieren. Immer wieder fordert sie ihre Leser auf, auf die eigenen Sichtweisen zu gucken. Sich selbst zu hinterfragen und eigene Ansichten zu überdenken.

Eigene Ansichten reflektieren

Ganz wichtig ist ihr immer wieder zu betonen, dass niemals das Kind zum Problem gemacht werden darf. Dass das Kind keinerlei Verantwortung trägt, wenn wir es als “böse” empfinden. Sie geht sehr gut verständlich auf die kindliche Entwicklung ein, und auch dass Kinder niemals bewusst “böses” tun. Wir Erwachsenen interpretieren oftmals eine böse Absicht hinein, wenn unsere Kinder nicht nach unseren Vorstellungen agieren. Wir fordern von unseren Kindern viel zu oft, dass sie die Dinge sehen sollen wie wir.

Ein beliebtes und jedem bekanntes Beispiel

Als ganz klassisches Beispiel führt Sabrina hier das Kinderzimmer an. Wir Eltern schauen oft hinein und könnten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, salopp gesagt. Es ist uns unverständlich, wie sich unser Nachwuchs in dem Durcheinander wohl fühlen kann, wir fordern, dass es aufräumen soll. Oftmals lassen wir das Kind dann mit dieser Mammutaufgabe allein. Schließlich hat das Kind das Chaos ja auch allein verursacht. Aber es ist UNSER Bedürfnis, dass das Zimmer nach UNSEREN Vorstellungen aufgeräumt wird. Das Kind hat ein ganz anderes Verständnis davon, was ordentlich ist. In der Theorie war mir das selbstredend bewusst und doch musste ich bei diesem Kapitel so oft nicken, weil ich genau wie sie anfangs diese Ansprüche habe. Ansprüche, die mein Kind gar nicht erfüllen kann.

Mein Fazit

Ich finde das Buch einfach nur empfehlenswert. Es veranschaulicht leicht verständlich, welche Wege und Möglichkeiten es gibt, viele potenzielle Stressmomente schon im Vorfeld zu vermeiden. Die Ideen, die Sabrina anbringt und die ihr geholfen haben, sind teilweise so naheliegend, dass man sich als Leser manchmal selbst mit der Hand vor die Stirn klatschen will und denkt “Ja klar, wieso bin ich da nicht allein drauf gekommen?”.

Wenn du also auch eine Mama bist, die sich oft gestresst fühlt, den Eindruck hat, bei allen anderen läuft es problemlos und nur das eigene Kind oder die eigenen Kinder schießen immer übers Ziel hinaus, dann möchte ich dir dieses Buch unbedingt nahelegen.
Geschrieben von einer Mama für andere Mamas.
Ich freue mich schon auf das zweite Buch, an welchem sie gerade arbeitet.

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2 Replies to “Rezension Sabrina Heinke – Am Ende meiner Nerven sind noch Kinder übrig”

  1. Hallo Kleinstadtwölfin,
    ich erkenne mich auch in einigen Fällen wieder und habe gelernt und lerne auch immer noch, mich zu hinterfragen und meine Ansicht zu ändern.
    Mach weiter so 😘

    1. Hallo Nelly,

      Vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar. Ja, es ist sehr wichtig, dass man sich immer wieder selbst reflektiert und überlegt was man noch bessere machen kann, und wo man selbst umdenken muss.
      Ich finde es selbst sehr spannend, wie sich mein Leben mit den Kindern verändert hat und wie sich auch meine Interessen und Prioritäten verschoben haben. Auch überdenke ich ganz oft Ansichten, die ich früher für selbstverständlich hielt. Hausarrest zum Beispiel. Totaler Schwachsinn, wenn man mal drüber nachdenkt.

      Ich bin gespannt, wohin mich mein Weg noch führen wird. Wie du sagst. Wir lernen immer noch. Und werden es auch hoffentlich immer tun. =)

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