Mütter unter sich – im Hyänengehege

Es hat schon so seine Gründe, wieso man immer von der Müttermafia spricht. Warum Frauen gerne als Hyänen unter sich bezeichnet werde. Und warum immer von einer gewissen Stutenbissigkeit gesprochen wird. Alles keine schönen Bezeichnungen, wenn man über Frauen und ihren Umgang miteinander spricht. Aber ganz ehrlich. Der Umgang vieler Frauen miteinander ist einfach unterirdisch.

Jede Frau möchte gerne als individuelle Persönlichkeit akzeptiert und toleriert werden. Das ist auch unser gutes Recht, denn wir sind als Menschen nunmal alle Individualisten. Und natürlich hat jede von uns eine einzigartige Persönlichkeit, die uns zu einem ganz eigenen Individuum macht.

Und trotzdem sind es genau diese Frauen, die selbst so viel Toleranz erwarten und einfordern, die dann am Ende in “Stutenbissigkeit” verfallen, wenn andere Frauen ein anderes Lebensmodell, andere Einstellungen und andere Ansichten haben.

Warum ich diesen Text hier schreibe? Weil ich mich Anfang der Woche ganz derbe mit meiner Freundin, nein bei meiner Freundin aufgeregt habe, nachdem ich eine Diskussion in der einzigen Mamagruppe, in der ich auf Facebook bin, verfolgt habe. Ich bin mit gutem Grund aus sämtlichen Mamagruppen ausgetreten, weil die “Müttermafia” mich echt wahnsinnig macht. Ich wollte mir, nachdem mein Erstgeborener aus den Windeln war, auch nicht mehr 20000 Beiträge zu “Beikost”, “Windelfrei”, “Schreiphasen” etc pro Tag antun. Es hat mich schlichtweg nicht mehr interessiert. Es gibt also nur noch eine einzige Gruppe, in der ich drinnen bin. Mütter brauchen halt Mütter und manchmal sind die Beiträge ganz nett.

Nun stellte eine Mutter die Frage, welche Tricks es denn noch gäbe, das Kind, welches Nacht für Nacht ins Elternbett geschlichen käme, und Nacht für Nacht wieder zurückgetragen werden müsse, dazu zu bewegen im eigenen Bett zu bleiben, da so ja keiner ausreichend Schlaf bekäme. Nun kam also die besagte Müttermafia ins Spiel. Sofort wurde geraten, dass das Kind doch ruhig im Elternbett schlafen solle, weil das Kind ja offensichtlich ein starkes Bedürfnis nach Nähe habe. Hier gehe ich voll mit und bin auch der Meinung, dass ein Kind, welches eigentlich von Anfang an im eigenen Bett im eigenen Zimmer schlief, dass nun aber die Nähe der Eltern zum schlafen sucht, ein Grundbedürfnis nach Nähe hat. Dieses gilt es selbstverständlich zu erfüllen. Denn wir alle Wissen, dass Kinder, deren Grundbedürfnisse erfüllt sind, sich gesünder entwickeln können.
Nun kamen auch Kommentare durch, die die Threaderstellerin fragten, wieso sie denn ein Kind bekommen hätte, wenn sie nicht gewillt sei, es mit in ihrem Bett schlafen zu lassen. Kommentare, die sie als Rabenmutter bezeichneten, weil sie ihr Kind Nacht für Nacht zurück ins Kinderzimmer trug und über zu wenig Schlaf jammerte. Salopp gesagt: Die Hyänen waren los.

Dieses Verhalten von Müttern in diversen Müttergruppen kann man immer wieder und bei so ziemlich jedem Thema beobachten. Tragen vs Kinderwagen. Flasche vs Stillen. Familienbett vs eigenes Kinderzimmer. Brei vs Breifrei. Windeln wegwerfen oder waschen oder gar windelfrei. Welche Schuhe für Lauflerner. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Die Themen ja schier unendlich.

Und ich stelle mir echt die Frage, wieso die Mütter, die so sehr für Toleranz der eigenen Wege sind, und der eigenen Entscheidungen, auch die Mütter sind, die dann auf andere losgehen. Viele junge Erstmütter trauen sich schon gar nicht mehr bei Unsicherheiten zu fragen, weil es jedesmal einen riesen Shitstorm los tritt, wenn eine Mutter mal nicht mit dem positiven Test zur perfekten Mutter wird. Überraschung meine Damen. Die perfekte Mutter per se gibt es nicht! Das bist nicht du, das bin nicht ich, und die Frau Müller Meyer Schulze ist es erst recht nicht!
Wichtig, meine Damen, ist einzig und allein, dass jede von uns, die Entscheidungen, die es im Familienalltag zu treffen gilt, nach bestem Wissen und Gewissen auf die jeweils eigene Familie angepasst getroffen werden. (schöner Schachtelsatz, by the way). Hört doch auf, euch gegenseitig zu zerfetzen, und eure eigenen Komplexe hinter Schimpftiraden zu verstecken. Keine Mutter möchte hören, dass sie eine Rabenmutter ist, wenn sie um Rat ersucht. Würdet ihr eure Freundinnen auch so angeifern? Na dann Prost Mahlzeit. Denkt mal drüber nach. Und überlegt euch zuerst, ob ihr wollen würdet, dass jemand mit euch so spricht! Ihr wollt mit euren Kindern wertschätzenden Umgang, ihr wollt, dass eure Kinder mit anderen Menschen wertschätzend umgehen. Dann hab ich hier den non plus ultra tip für euch. Lebt es ihnen vor! Wenn ihr einen gepflegten sozialen Umgang mit euren Menschen, online UND offline, lebt, werden eure Kinder das auch tun. Und wer weiß, vielleicht werden dann unsere Töchter und Schwiegertöchter dann mal Muttis, die einander nicht angeifern, weil ja die andere Mutti alles grundlegend falsch macht. (Übrigens, bei anderen Mamis, seid IHR die andere Mutti, mit den tausend Erziehungsfehlern. 😉 )

So, genug geschimpft. Ich muss noch kochen, das Kind kommt gleich aus der Schule. Ich koche jetzt “ist mir doch egal” mit einer Brise “weiß ich nicht” und ganz viel Liebe. ^^

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