Fremdbetreuung – Wenn der KiTastart ansteht und Mama Bauchweh bekommt

Früher oder später kommen die meisten Eltern in die Situation, dass sie den Nachwuchs in einer KiTa anmelden. Die meisten tun dies bereits nach der Geburt, damit sie auch sicher einen Platz zum gewünschten Zeitraum bekommen. Dann rückt der Gedanke an die Eingewöhnung, an das Abgeben des eigenen Wunders in fremde Hände, erstmal in weite Ferne. Immerhin ist dieses winzige Menschlein noch ganz ganz frisch auf der Welt, völlig hilflos und rund um die Uhr auf seine Mama und seinen Papa angewiesen.

Doch schneller als man gucken kann wird es größer. Und der Tag kommt, an dem ein Brief im Briefkasten liegt, vom Magistrat der Stadt, vom Träger der Wunscheinrichtung. “Herzlichen Glückwunsch Herr und Frau Mustermann, für ihr Kind Maximilian Mustermann ist ein Platz in der Kindertagesstätte Spatzennest reserviert”.
Dann ist er da, der Tag an dem wir unser Wunder ganz sicher in fremde Hände geben werden. Und bei vielen Eltern machen sich dann erstmal mulmige Gefühle in der Magengegend breit. Wie wird sich mein Kind fühlen? Wird es zurecht kommen? Ist das die richtige Entscheidung? Ist es nicht doch noch zu klein? Bin ich dazu bereit? Kann ich den Erzieher:innen vertrauen? Werden sie mein Kind gut begleiten?

All diese Gedanken und Gefühle sind völlig legitim und die meisten Eltern machen diese Phase durch, wenn die Eingewöhnung in eine Fremdbetreuung in den Startlöchern steht.

Ich habe dieses Thema zweimal als Mama und viele Male als Erzieherin begleitet. Und ich kann eins immer und immer wieder sagen. Hört auf euer Gefühl und geht in die Kommunikation.
Wenn ihr das Gefühl habt, dass die Sorgen überhand nehmen, dann sprecht mit den künftigen Erzieherinnen und Erziehern eures Kindes. Auch schon bevor euer Kind den Platz hat und den ersten Tag zur Eingewöhnung kommt. Gerade Eltern von Erstgeborenen wissen ja nur in der Theorie was da auf sie und ihr Kind zu kommt. Und die vielen Fragen, die sich oft auftun können euch die Erzieher:innen eurer Einrichtung am besten beantworten. Ganz sicher ist, dass euer Kind oftmals bereiter ist als ihr als Eltern.

Auch hat sich oft gezeigt, dass wenn die Eltern angespannt sind und unsicher, sich das auch beim Kind zeigt.
Ich war beim ersten Kind offen gestanden froh, als dann nach drei Jahren nur Elias und ich endlich der KiTa Start anstand. Ich wusste, es würde ihm gut tun, mit den vielen anderen Kindern und ich konnte auch mal durchatmen und selbst wieder arbeiten gehen. Denn meine Arbeit hat mir wirklich gefehlt. Ich war also ziemlich entspannt, als es am ersten Tag zur Eingewöhnung ging. Und Elias war das auch. Nach einer Woche konnte ich die Eingewöhnung als abgeschlossen betrachten. Es gab natürlich immer wieder Tage, an denen er weniger gerne ging, und wo ich mir morgens mehr Zeit für die Verabschiedung nahm. Das gehört dazu und wird sich im Laufe der KiTa Zeit immer mal wieder zeigen. Gerade am Anfang ist das normal. Als ich dann wieder anfing zu arbeiten, war es für Elias überhaupt kein Problem dass wir uns relativ zügig verabschiedeten.

Svean habe ich schon ab zwei Jahren in die Fremdbetreuung gegeben. Hier waren finanzielle Gründe vordergründig. Wir konnten und wollten es uns nicht nochmal leisten, drei Jahre auf ein zweites Einkommen zu verzichten. Ich habe ihn dann bei uns in der Einrichtung angemeldet, in der ich auch selbst arbeitete. Ich kannte meine Kolleg:innen so gut wie keine anderen und wusste, dass Svean auch mit zwei Jahren gut dort aufgehoben werden sein würde. Wir haben allerdings hier auch direkt einen KiTa Wechsel ab 3 Jahren mit eingeplant, weil wir wollten, dass Svean hier bei uns in die KiTa geht und bei Schulstart schon Klassenkameraden und Klassenkameradinnen kennt. Das wäre nicht der Fall gewesen, wenn er in “meiner” Einrichtung geblieben wäre.
Die erste Eingewöhnung hat der Papa übernommen, so wie er auch bei uns die zweite Elternzeit übernommen hat. Svean kannte die Einrichtung und auch die Kolleg:innen schon, da er mich öfter mit dem Papa von der Arbeit abgeholt hat. Er ist ein kontaktfreudiges Kind und hat schnell den Papa links liegen gelassen.
Die zweite Eingewöhnung habe ich dann übernommen. Da er das Prinzip KiTa schon kannte, fiel es ihm natürlich nicht so schwer, sich in die neue KiTa einzufühlen. Ich kannte die Erzieher:innen schon, denn es sind die selben, bei denen Elias schon in der Betreuung war. So habe ich schon drei Jahre mit den Erzieher:innen in der Rolle der Mama zusammen gearbeitet und sie hatten mein volles Vertrauen. Das hat natürlich auch mein Sohn gemerkt.

Meine Jungs sind beide gerne in der KiTa, sie lieben es, mit den anderen Kindern zu spielen und die vielen tollen neuen Ideen der anderen Kinder mit zu machen. Und bei Svean ist natürlich große Sandkastenbaggerliebe da, und zuhause haben wir (noch) keinen Sandkasten und auch keinen Bagger für einen Sandkasten. 😉

Ich kann sagen, vertraut euren Kindern, sie machen das schon! Und egal worum sich euer Bauchgefühl dreht, wenn ihr Fragen oder Sorgen habt, scheut euch bitte nicht, die Erzieher:innen eurer Kinder anzusprechen! Denn nur wer redet, kann Antworten und Hilfen bekommen! Und nein, ihr nervt auch nicht, wenn ihr zum zehnten Mal diese Woche anruft um zu fragen ob es eurem Maximilian Mustermann wirklich gut geht! Traut euch! Es sind EURE Kinder.

Meine letzte Chefin hat immer einen tollen Satz gesagt: “Wir haben die Herzen der Familien!” und genau so haben wir auch gearbeitet. Und genau so arbeiten sehr sehr viele Einrichtungen. Die KiTas wollen, dass es den Kindern gut geht. Und wenn wir dafür 10 Mal die Woche am Telefon sagen “Ja, Frau Mustermann, Maximilian spielt gerade mit Oskar in der Puppenecke und sie lachen zusammen”, dann ist das so! Ihr seid die Eltern, und nur wenn ihr ein gutes Gefühl dabei habt, euer Kind in die KiTa zu geben kann euer Kind völlig entspannt sein!

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