Bitte erklärt mir mal…

Ich bin Mama. Ich habe zwei Kinder. Eins geht in die Grundschule, das andere besucht seit anderthalb Jahren die KiTa.
Ich arbeite als Erzieherin in einer Gruppe mit Kleinkindern, sie sind überwiegend aktuell zwei Jahre jung.

Heute habe ich die Information bekommen, dass für uns Erzieherinnen ab Montag die Pflicht gilt, die Masken über den ganzen Tag zu tragen, nicht wie bisher nur im Kontakt mit anderen Kolleginnen außerhalb meiner Kerngruppe und den Eltern. Ich arbeite also mit Kleinkindern, die ab Montag nur noch meine Augen sehen und meine Stimme durch die Maske dumpfer hören.
Kleinkinder! Wurde bei solchen Beschlüssen auch mal darüber nachgedacht, was das mit den Kindern macht? Mit ihren Psychen? Mimik ist ein wichtiges Kommunikationsmittel im (Klein-)Kindalter. es findet so viel Kommunikation nonverbal statt, durch Mimik und Körpersprache.

Wir Erzieher:innen sind angehalten uns mindestens einmal wöchentlich zu testen oder testen zu lassen. Wir gehen also negativ getestet an die Arbeit. Ja, die Test können auch falsch sein, aber vertrauen wir doch einfach mal, dass sie stimmen, denn sonst bräuchten wir sie ja auch nicht machen. Wir gehen also negativ getestet zur Arbeit. Dort tragen wir Masken, die unser Gegenüber schützen, aber nicht uns selbst. Meine Kolleg:innen tragen auch Maske, obwohl sie negativ getestet sind. Die Kinder (gott sei dank) tragen keine Masken. Sie sind es aber, die uns anstecken könnten.
Ich plädiere hier in keinster Weise für eine Maskenpflicht bei Kindern!!!! Ich plädiere auf gesunden Menschenverstand von Verantwortlichen. Darauf, dass Erwachsene endlich den Kopf einschalten und nicht wahllos irgendwelche Regelungen verhängen.

Mein Grundschüler soll sich ab Montag in der Schule zweimal selbst testen. Dazu gibt es eine Anleitung via Link zu einem Video der Augsburger Puppenkiste, welche wir mit unseren Kindern anschauen dürfen, können, sollen.
Es wird also von Grundschülern, wir sprechen hier von Kindern im Alter von 6 bis 10/11, erwartet, dass sie sich selbst testen, In der Schule, mit ihren Klassenkameraden zusammen. Im Falle meines Kindes sprechen wir hier von 9 anderen Kindern, denn die Klassen wurden geteilt. Nun sitzen da also 9 oder 10 Kinder, vor sich die Testkits, und die Lehrerin oder der Lehrer erklärt, was sie nun machen müssen. Im Idealfall haben sie sich das Video angeschaut und die Eltern haben mit den Kindern darüber gesprochen und ggf zuhause schonmal geübt. Diese Kinder führen also nun dort den Test durch. Und nach 15 min schlägt ein Test zb positiv an. Dann sind die anderen Kinder drumherum Erstkontakte, inklusive der Lehrerin. Dieses Kind wird also nun separiert, die Eltern und das Gesundheitsamt kontaktiert und einmal alle in Quarantäne bitte. Inklusive der Lehrkraft. Da die anderen Lehrer:innen verplant sind, fällt dann auch für die andere Klassenhälfte der Unterricht erstmal aus. Der Unterricht, der ohnehin schon runterreduziert wurde. Mein Kind besucht an zwei Tagen für je 5 Stunden den Unterricht. Normal hat er jeden Tag 5 Stunden, bzw. einen Tag sogar 6. Normalerweise.
Nun ist es auch so, dass mein Kind seit Monaten IM UNTERRICHT mit Maske sitzt. Nun wird diese Maskenpflicht aber auch nicht aufgehoben, trotz der Testpflicht.
Wäre es nun an dieser Stelle nicht sinnvoller, man würden den Kindern die Testkits mit nach Hause geben, und die Eltern führen diese mit ihren Kindern durch? Nein, das geht natürlich nicht, es ist laut unserem Infoschreiben leider nicht zulässig.

Könnten wir mal kurz über die Bundesliga sprechen? Die dürfen nämlich spielen. Meine Söhne dürfen aber nicht in den Leichtathletikkurs oder zum Kinderturnen.
Könnten wir kurz über den Urlaub sprechen? Ich darf mich in den Flieger setzen und nach Spanien fliegen, aber mit meinen Kindern und meinem Mann im Camper an die Ostsee darf ich nicht?
Ich darf mit hunderten Leuten durch den Supermarkt rammeln um am Ramschtisch zu wühlen. Aber allein mit Anmeldung in den Schuhladen darf ich nicht?
In großen Büros brauchen die Mitarbeiter am Arbeitsplatz keine Maske tragen, es reicht aus gut zu lüften. Mein drittklässler sitzt den ganzen Vormittag mit Maske im Unterricht. Seine Lehrer:innen ebenfalls.
Mein KiTakind darf vormittags mit 11 anderen Kindern in einer (reduzierten) Gruppe spielen, aber nachmittags nur einen anderen Freund treffen.

Ich brauche Antworten! Denn ich kann es meinen Kindern nicht mehr erklären! Seit Monaten hören meine Kinder nur “wir müssen uns halt dran halten, es sind die Regeln!” Ich will langsam nicht mehr! Ich halte mich seit Anfang der Pandemie an ausnahmslos alle Regelungen. Ich habe meinen Grundschüler im vergangenen Jahr mehr zuhause beschult, als dass er seine Schule von innen gesehen hat. Ich habe meinem Sohn ein halbes Jahr nach seiner Eingewöhnung erklärt, dass er jetzt nicht mehr in die KiTa darf. Wir haben einen Regenbogen ans Fenster gemalt, wie so viele andere Familien. Ich habe in diesem Jahr meine Kinder aufgrund von der Bitte um “möglichst zu Hause zu betreuen um die Kontakte weiter zu minimieren” mit Kinderkrankentagen zu hause gelassen. Dafür habe ich finanzielle Einbußen in Kauf genommen.
Meine sozialen Kontakte beschränken sich auf meine Arbeitskolleg:innen und meinen Mann. Ich habe kein Problem mit der Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Beim Einkaufen stört es mich inzwischen nicht mehr (was an sich schon traurig genug ist). Aber dass ich mein negativ getestetes Kind mit Maske im Unterricht sitzen lassen soll, und dass ich negativ getestet mit meinen ebenfalls negativ getesteten Kolleginnen im Kontakt mit den Kleinsten unserer Gesellschaft mit Maske im Gesicht arbeiten soll, das stört mich ganz gewaltig!
Und ich will endlich Antworten!

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